2D-Codes beschäftigen derzeit praktisch jedes Unternehmen in der Verpackungsbranche – und uns bei LEIBINGER ebenso. In unserer 2D-Codes-Artikelreihe schauen wir bewusst auf neue Perspektiven und praxistaugliche Ansätze. Dieser Beitrag stellt eine neue Idee vor, die Diskussionen und einen Austausch anstoßen soll. Viel Freude beim Lesen.
Wenn Hersteller von 1D-Barcodes auf GS1-2D-Codes umstellen, werden zwei Themen schnell zum Engpass: Platz auf der Verpackung und Flexibilität in der Produktion. Der erste Impuls ist oft, alle Informationen in einen komplexen Code zu quetschen. Doch ein smarterer, zunehmend interessanter Ansatz setzt sich gerade durch: nämlich die Aufteilung des Codes.
Indem Daten auf einen vorgedruckten, fixen Code und einen inline gedruckten, variablen Code verteilt werden, lässt sich ein sehr guter Ausgleich zwischen Compliance, Marketing-Reichweite und Produktionseffizienz erreichen.
Das Prinzip: Fixe Daten vs. variable Daten
Die Strategie ist einfach und wirkungsvoll. Statt in Echtzeit einen großen 2D-Code zu drucken, der alles enthält (GTIN, URL, Charge, MHD, Gewicht etc.), wird die Datenlast geteilt:
1. Der Anker (vorgedruckt):
Ein hochwertiger Code mit fixen Daten, z. B. GTIN und GS1 Digital Link (URL). Dieser Code ist Bestandteil des Packungsdesigns. Die Syntax ist sinngemäß wie folgt:
https://id.yourbrand.com/01/<GTIN14>
2. Der Variable (inline):
Ein kleiner, dynamischer Code, der während der Produktion gedruckt wird und nur variable Daten enthält, z. B. Mindesthaltbarkeitsdatum (17) und Chargennummer/Lot-Nummer (10). Die Syntax ist sinngemäß wie folgt:
(10)<LOT> (17)<YYMMDD>
Moderne Vision-Systeme und Scanner sind darauf ausgelegt, mehrere Codes innerhalb eines definierten Sichtfelds zu lesen und zu einem gemeinsamen Datensatz zusammenzuführen. Dafür werden an den Scansystemen entsprechende Multi-Code-Einstellungen konfiguriert. Gerade am POS (Kasse) ist jedoch entscheidend, ob und wie beide Codes tatsächlich mit einem Scan erfasst und von Scanner, Konfiguration und Kassensoftware korrekt verarbeitet werden – das sollte im Ziel-Setup unbedingt verifiziert werden.
Visualisierung des Standards: Die „Association Zone“ mit 100 mm Durchmesser
Damit Scanner und Smartphones zwei Codes als „ein Produkt“ interpretieren, müssen sie nah beieinander platziert werden. Nach GS1-Vorgaben für „associated marks“ sollen beide Symbole innerhalb eines definierten Sichtfelds liegen, sodass sie in einem Scan gemeinsam erfasst werden können.
Unten sehen Sie die ideale Umsetzung dieses Prinzips.
Beispiel: Die hybride „Association“
Vorgedruckter QR-Code + inline gedruckter GS1 DataMatrix
Diese Kombination ist in vielen Fällen die TCO-optimierte Lösung: Der vorgedruckte QR-Code übernimmt die Consumer-Interaktion (Webzugriff), während variable Produktionsdaten über einen kompakten, tinteneffizienten GS1 DataMatrix abgebildet werden. Eine solche Kombination zeigt Abbildung 1.
Abbildung 1
Abbildung 1 zeigt insgesamt drei Ausführungen – jeweils innerhalb eines Kreises mit 100 mm Durchmesser:
1. Oben/Mitte: Ein Standard-QR-Code (vorgedruckt)
Dateninhalt: https://legr.ai/8848134144736 (GTIN + Link)
2. Unten/Mitte: Ein GS1-2D-Code (inline gedruckt)
Dateninhalt: (10)A23 (17)261231 (MHD: 31.12.2026, Charge: A23
Die drei Beispiele des unteren variablen Codes in Abbildung 1 codieren denselben Inhalt, jedoch mit unterschiedlichen 2D-Code-Konfigurationen:
Abbildung 1 (A): rechteckiger DataMatrix 8×36 = 312 Zellen, davon 151 schwarz
Abbildung 1 (B): quadratischer DataMatrix 16×16 = 256 Zellen, davon 133 schwarz
Abbildung 1 (C): quadratischer QR-Code 21×21 = 441 Zellen, davon 234 schwarz
Alle drei Codes sind mit modernen Scannern und Smartphones lesbar – einschließlich des rechteckigen DataMatrix-Formats.
Zum Vergleich: Die fixen Daten im oberen QR-Code sind in einem 25×25-QR-Code codiert (insgesamt 625 Zellen, davon 308 schwarz).
Wenn wir variable und fixe Daten in einen einzigen QR-Code integrieren wollten, bräuchten wir einen 33×33-QR-Code mit 1.089 Zellen, davon ungefähr 600 schwarz.
Daraus lässt sich ableiten: Ein eigener Code nur für die variablen Daten benötigt je nach Ausführung rund 20 % bis 40 % weniger Ressourcen, als fixe und variable Daten in einem vollständigen QR-Code zu bündeln. Das eröffnet ein spürbares Kostensenkungspotenzial und erweitert die technologischen Optionen, variable Daten direkt in der Linie effizient zu kennzeichnen.
Warum diese Kombination funktioniert
- Compliance:
Wenn beide Codes innerhalb der 100-mm-Zone bleiben, können Handscanner und industrielle Reader beide Datenstrings im gleichen Erfassungsbereich aufnehmen. Mode 3 sollte in der Lage sein, alle Codes im GS1-Syntaxformat auszugeben. Mit geeignetem Tuning der ERP-/Host-Retail-Systeme können die empfangenen Datensätze korrekt genutzt werden.
- Efficiency:
DataMatrix benötigt deutlich weniger Platz als ein zweiter QR-Code und lässt sich oft in vorhandene „White-Space“-Bereiche in das vorgedruckte Design integrieren, ohne das Gesamtbild zu überladen. Zudem braucht DataMatrix in der Regel weniger Tinte, weil die Anzahl der erforderlichen Zellen deutlich geringer ist als bei einem vergleichbaren QR-Code.
Technische Vorteile
Optimiertes Drucken:
Wenn komplexe, fixe Daten (z. B. lange URLs) in die Vorbedruckung verlagert werden, muss das Kennzeichnungssystem in der Linie nur noch kurze Zeichenfolgen (Datum/Charge) verarbeiten und drucken. Das vereinfacht den Druckauftrag, reduziert Rechen-/Verarbeitungsaufwand und ermöglicht höhere Durchsätze. Der Geschwindigkeitsunterschied ist – insbesondere mit CIJ-Technologie – beeindruckend: Konfiguration A kann etwa dreimal schneller gedruckt werden als Konfiguration C. Noch größer wird der daraus gewonnene Vorteil, wenn man den Vergleich - zum Aufdruck eines einzigen QR-Codes mit allen oben genannten Informationen inline gedruckt - zieht.
Bessere Lesbarkeit:
Kleinere, einzelne Codes lassen sich präziser drucken als ein großer, sehr dichter Code. Durch das Splitten sinkt das Risiko von „Tropfen-Platzierungsfehlern“, die große 2D-Codes unlesbar machen könnten – Ausschuss lässt sich so reduzieren.
Effiziente Flächennutzung:
Verpackungsfläche ist wertvoll. Mit der Split-Methode lässt sich der variable Code in kleine freie Bereiche eines Labels integrieren – solange er innerhalb der Association-Zone des fixen Codes bleibt.
Vorteile für Prozess und Organisation
Weniger Stillstandzeiten:
Komplexität ist der Gegner von Verfügbarkeit. Weniger Daten in Echtzeit zu drucken bedeutet mehr Prozessreserve in Geschwindigkeit und Stabilität.
Einfacheres Artwork-Management:
Marketing kann den fixen QR-Code (z. B. mit der Verlinkung zur Brand-Website) früh im Designprozess finalisieren. Die Produktion greift nicht die Gestaltung ein. Wenn sich Chargenlogik oder Datumsformate ändern, wird das vollständig über die Druckereinstellungen abgebildet.
Geringere TCO:
Ein GS1 DataMatrix als variabler Split senkt die TCO spürbar: Weniger Tintenverbrauch pro Produkt als bei einem ähnlichen QR-Code – bei gleichzeitig voller Supply-Chain-Compliance.
Systemische Aspekte
Scanner-Kompatibilität:
Moderne GS1-konforme Scanner und Vision-Systeme nutzen „Image Association“: Sie erfassen den definierten Bereich, erkennen mehrere Codes und führen die Daten (GTIN + Charge + Datum) automatisch zu einem gemeinsamen Ereignis zusammen.
Zukunftssicherheit:
Der Ansatz unterstützt GS1 Digital Link und Serialisierung, ohne dass bei jeder regulatorischen Anpassung ein komplettes Verpackungs-Redesign nötig ist.
Bereits im Markt im Einsatz
Das in diesem Artikel beschriebene Konzept wird bereits von ersten Anwendern von GS1-Standards und 2D-basierter Rückverfolgbarkeit umgesetzt. Wie Abbildung 2 zeigt, integriert eine Käseverpackung, die in der französischen Einzelhandelskette Grand Frais verkauft wird, zwei Identifikationsträger: einen vorgedruckten QR-Code, der während der Verpackungsherstellung aufgebracht wird (oben), und einen variablen, inline gedruckten QR-Code, der erst beim finalen Verpacken erzeugt wird (unten).
Die LEIBINGER-Perspektive: Präzision trifft Effizienz
Eine Split-Code-Strategie funktioniert nur dann zuverlässig, wenn die variable Codierung genauso robust ist wie der Vorbedruck. Genau hier spielt der LEIBINGER IQJET seine Stärken aus.
Warum der IQJET der ideale Partner für Split-Coding ist
1. Best-in-Class TCO:
Der IQJET ist auf „Plug & Print“-Effizienz ausgelegt. In Kombination mit dem tintensparenden GS1 DataMatrix ergeben sich äußerst niedrige Betriebskosten.
2. Düsenverschluss-Technologie:
Der variable Code (Charge/Datum) ist compliance-kritisch – fällt der Druck aus, kann das Produkt nicht ausgeliefert werden. LEIBINGERs Düsenverschluss verhindert das Eintrocknen der Tinte in Produktionspausen. Dadurch ist der erste Code nach dem Stopp genauso scharf wie der letzte – ohne Reinigungsaufwand.
3. Hochgeschwindigkeits-Präzision:
Ob DataMatrix oder QR als variabler Anteil: LEIBINGER-Drucker liefern auch bei maximaler Liniengeschwindigkeit einen kontrastreichen, präzisen Druck – damit der Code innerhalb der 100-mm-Zone zuverlässig lesbar bleibt.
Fazit
GS1-2D-Codes in einen fixen und einen variablen Teil zu splitten ist weit mehr als ein Workaround für knappen Platz. Es ist ein strategischer Vorteil: Hersteller können die Marketing-Power vorgedruckter QR-Codes nutzen und zugleich die industrielle Effizienz eines inline gedruckten DataMatrix beibehalten.
So gewinnen Sie Compliance, Geschwindigkeit und Skalierbarkeit. Und mit Technologien wie dem LEIBINGER IQJET wird die Umsetzung dieser smarten Strategie einfacher und zuverlässiger denn je.
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LEIBINGER-Drucker verfügen über den schnellsten Tropfengenerator auf dem Markt, der eine stabile Tropfenbildung und präzise Codeplatzierung gewährleistet – damit sind sie die ideale Wahl für den 2D-Codedruck.
Mit einer Druckhöhe von bis zu 15 mm und einer Auflösung von 48 Tropfen liefert der IQJET große, robuste und perfekt scanbare 2D-Codes mit scharfen, kontrastreichen Ergebnissen. Als weltweit fortschrittlichster Plug & Print-CIJ-Drucker kombiniert der IQJET den niedrigsten Lösemittelverbrauch mit intelligenter Düsenverschlusstechnologie und bis zu 5 Jahre wartungsfreiem Betrieb – das senkt Kosten, schont die Umwelt und maximiert die Betriebszeit.