Druckerhersteller Paul Leibinger verabschiedet Finanzchef Horst Schoch in den Ruhestand

27.03.2019

Geschäftsführer, Horst Schoch, Ruhestand

Horst Schoch (Geschäftsführer Finanzen) hat Leibinger erfolgreich bei der Erschließung neuer Märkte begleitet. Zum 1. April tritt er seinen Ruhestand an.

Wandel zum weltweiten Kennzeichnungsspezialisten begleitet

Mit rund 250 Arbeitsplätzen zählt der Druckerhersteller Paul Leibinger zu den bedeutenden Arbeitgebern der Region und ist ein überdurchschnittlich guter Gewerbesteuerzahler für die Stadt Tuttlingen. Mit Industriedruckern und Nummerierwerken der Firma werden weltweit Produkte wie Lebensmittel und Banknoten gekennzeichnet. Mitverantwortlich für die Geschäftsentwicklung ist Horst Schoch ¬– Geschäftsführer Finanzen –, der im April 2019 seinen Ruhestand antritt.

Es gibt Unternehmen, die jahrzehntelang ein und dasselbe Produkt herstellen –bis die Nachfrage einbricht und der Betrieb ins Wanken gerät. Andere Firmen verstehen es, ihr Know-how rechtzeitig auf die Entwicklung weiterer Produkte zu übertragen und sich damit breit und nachhaltig auf mehreren Märkten aufzustellen. Zu diesen Firmen zählt die Paul Leibinger GmbH & Co. KG im Industriegebiet Tuttlingen Nord. Das Familienunternehmen, gegründet 1948, war zu Beginn, damals noch am Standort Mühlheim-Stetten, ausschließlich auf die Herstellung von Nummerierwerken spezialisiert, mit denen beispielsweise Geldscheine und Pässe mit Seriennummern bedruckt werden.

In den 90er Jahren hatte die Geschäftsführung bereits früh antizipiert, dass sich die Nachfrage im kommerziellen Bereich der Nummerierwerke aufgrund der Entwicklung und des Einsatzes anderer Technologien zukünftig rückläufig entwickeln würde. Es wurde beschlossen das ingenieurstechnische Know-how des Betriebs zu nutzen, um Tintenstrahldrucker für die Industrie zu entwickeln. Die Drucker kennzeichnen Lebensmittelverpackungen und industrielle Produkte berührungslos mit „fliegenden“ Tintentropfen – etwa mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum und einer Chargennummer. So schnell, dass das Auge kaum folgen kann. Und mit der im Hause Leibinger entwickelten vollautomatischen Düsenverschluss-Technologie so zuverlässig, dass die Geräte Made-in-Germany mittlerweile in über 150 Ländern zum Einsatz kommen. 

Horst Schoch: Vertrauensperson in kaufmännischen und finanziellen Angelegenheiten

„Der Firma Leibinger ist in den letzten 20 Jahren der Wandel vom Traditionsprodukt der Nummerierwerke zur modernen Inkjet-Technologie geglückt“, unterstreicht Christina Leibinger, die das Familienunternehmen seit 2010 in dritter Generation mit ihrem Vater Günther Leibinger führt – gemeinsam mit Horst Schoch, Geschäftsführer Finanzen. „Herr Schoch hat unseren Wandlungsprozess professionell begleitet. Sämtliche Finanztransaktionen waren bei ihm in sehr verlässlichen Händen. Er hat den kaufmännischen Bereich effizient geführt und selber pragmatisch mit angepackt.  Für sein Engagement bedanken wir uns herzlich."

Horst Schoch trat 1995 nach langjähriger Tätigkeit bei der Deutschen Bank dem Rechnungswesen bei Leibinger bei. Schnell wurde er zum Mann des Vertrauens in allen kaufmännischen Belangen für den heutigen Senior-Chef Günther Leibinger. 1998 wurde er dann zum Geschäftsführer ernannt und hat über zwei Jahrzehnte herausragende Arbeit für die Firma geleistet.

Jährlich investiert Leibinger eine Investitionssumme in Millionenhöhe in moderne Produktionsmaschinen, steigert die Zahl der Mitarbeiter und setzt auf ein nachhaltiges Unternehmenswachstum. Dabei spielt das Traditionsprodukt der Nummerierwerke neben der Inkjet-Technologie weiterhin eine bedeutende Rolle. Im Hochsicherheitsdruck sind Leibinger Nummerierwerke „State oft he Art“ und drucken Seriennummer auf Banknoten in der ganzen Welt.

Ruhestand auf Raten

Auf seinen Ruhestand ab April freut sich Horst Schoch: „Bisher reichte die Zeit kaum für Tageszeitungen und Fachzeitschriften. Ich werde es genießen, einfach mal ein Buch in Ruhe zu lesen. Und mit meiner Frau spontan in unsere Lieblingsurlaubsregion Südtirol zu reisen.“. Eine kleine Schonfrist bekommt Schoch ohnehin noch. So wird er die nächsten Monate stundenweise noch die Übergabe der Buchhaltungsabteilung begleiten. Im Herbst wird der Vater zweier erwachsener Söhne dann in die Heimat seiner Frau nach Bayern umziehen. „Ich hoffe sehr, dass ich dort auch wieder einen so angenehmen Tischtennis-Verein wie hier finde“, berichtet Schoch. Für seine beiden anderen Hobbies, Joggen und Wandern, dürfte das Finden schöner Kulissen in Bayern kein Problem sein. „Wobei ich das Donautal schon vermissen werde“, gibt Schoch zu. 

„Wir bleiben dem Standort Tuttlingen treu“

Während Schoch seinen privaten Umzug plant, kann Geschäftsführerin Christina Leibinger ein Standortversprechen geben: „Wir fühlen uns der Heimat verpflichtet. Fabriken in Niedriglohnländern aufzubauen, kommt für uns als Familienunternehmen mit einem hohen Qualitätsanspruch nicht in Frage. Wir werden dem Standort Tuttlingen auch in Zukunft treu bleiben.“ Im Bereich seiner Kernkompetenzen hat Leibinger eine ausgesprochen hohe Fertigungstiefe. „Wir tragen daher zu Recht das Qualitätsmerkmal Made-in-Germany, das Betriebe auf der ganzen Welt von unseren Produkten überzeugt," resümiert Leibinger. Leibinger zählt mit rund 250 Angestellten zu den wichtigen Arbeitgebern der Region und erzielt jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich.